Schlagwort: Geschichten

Brummbärgeschichten: Kopfüber

Brummbär fällt fast aus dem Hochbett.

Mein kleines Mädchen hat ein Hochbett. Zum Glück eines mit hohen Absicherungen an den Seiten. Da ich immer am Rand schlafe, finde ich das sehr gut. Ich will ja auch nicht rausfallen, ist nämlich ganz schön hoch. Durch die Bullaugen in den Brettern kann ich auch immer rausgucken. Irgendwie finde ich das da oben auch ganz gemütlich. Ich denke immer das ist wie unser Nest. Besonders morgens, da ist es schön. Wenn unsere Mädchen nicht da sind. Aber das ist eine andere Geschichte.

Neulich fand unser kleines Mädchen, wir sollten alle mal raus aus dem Bett. Auch ich. Mich kann sie aber nicht so einfach die Leiter hinuntertragen oder mit einem kleinen Körbchen abseilen, wie die anderen. Weiterlesen

Brummbärgeschichten: aufregender Ostertag

Brummbär und OsterhasenLetzten Montag war Ostern. Da konnte ich hier nichts erzählen. Hätte ich ja gerne, aber ich war mit meinem kleinen Mädchen unterwegs. Da gab es für mich kein Internet. Jetzt sind wir alle wieder zu Hause.

Der Ostersonntag war bei uns ziemlich turbulent. Also aufregend war er, besonders für mein kleines Mädchen. Schon am Abend vorher war sie ganz aufgeregt und konnte kaum einschlafen. Wir waren nämlich die Woche alle beim Papa von meinem großen Mädchen zu Besuch. Sonntag Morgen freute meine Kleine sich dann ganz doll, rannte runter. Und übersah den Schokoladenhasen, der sich direkt auf ihrem Weg aus dem Bett in einen Blumentopf bestellt hatte. Der war jetzt ein bißchen traurig, ich habe ihm aber erklärt, dass sie bestimmt nicht damit gerechnet hatte, dass hier oben jemand wäre. Da war er ein wenig getröstet. Später hat sie ihn dann auch noch entdeckt.

Unten wollte die Lütte dann erst frühstücken, da staunten aber alle Erwachsenen (hat mein großes Mädchen mir verraten). Gefunden hat mein kleines Mädchen aber trotzdem vorher schon etwas.

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Brummbärgeschichten: Alte Freunde

Mein großes Mädchen hatte früher noch einige andere Kuscheltiere. Viele davon hatte sie wie mich von ihrem Opa geschenkt bekommen. Als unser Mädchen irgendwann auszog, ließ sie uns zurück. Gut, die engste Beziehung hatte sie immer zu Mohrle und mir. Uns tat es auch am meisten weh, dass sie uns zunächst nicht mitnahm.

Als erstes holte unser großes Mädchen dann Mohrle zu sich, ich mußte noch einige Jahre mehr warten. Das habe ich Euch ja schon in einer meiner Geschichten erzählt. Die anderen mußten noch länger warten, bis sie nachgeholt wurden. Letztes Jahr war es soweit: Unsere Mädchen nahmen alle Kuscheltiere mit zu sich nach Hause. Ihr glaubt gar nicht, was für eine Party wir hier veranstaltet haben. Aber davon erzähle ich Euch ein anderes Mal.

Heute möchte ich Euch nur sagen, dass auch wir Kuscheltiere Gefühle haben und leiden, wenn unsere Kinder irgendwann groß werden und uns nicht mehr so brauchen. Auch wenn wir das natürlich wissen, dass es irgendwann soweit kommen wird. Aber ein paar Streicheleinheiten zum Abschied, die würden es uns leichter machen, wenn Ihr Menschen uns verlaßt. Oder verschenkt. Oder… Nein, daran mag ich jetzt gar nicht denken.

Meine alten Freunde wohnen jetzt bei uns im Gästezimmer. Das ist schön, so können wir uns jederzeit sehen. Wir haben uns ganz schön viel zu erzählen, von all dem, was wir erlebten, während wir getrennt waren. Ich finde, wir haben großes Glück, dass unsere Familie uns alle (naja fast alle) aufgehoben hat und wir auch heute noch zusammenseindürfen.

Brummbärgeschichten: Kuscheltierausflug

Brummbaer-Ausflug2Ich muß Euch mal ein Geheimnis erzählen. Das kann ich, weil Ihr mir das ja  sowieso nicht glauben werdet. Ich bin ja schließlich nur ein dicker, alter Kuschelbär. Dicke alte Kuschelbären liegen tagsüber ja immer nur da herum, wo ihr Kind sie liegen gelassen hat. Genau wie alle anderen Kuscheltiere. Glaubt Ihr, stimmt’s?

Ihr irrt Euch. Ihr habt ja keine Ahnung, was wir so alles machen, wenn ihr Menschen mal aus dem Haus seid. Natürlich wissen wir immer, wann Ihr zurückkommt und deswegen fällt Euch nie auf, dass wir in Eurer Abwesenheit auch andere Dinge machen, als dumm rumzuliegen.

Neulich war hier vielleicht was los! Wir wußten, es dauert bis zum Abend, bis unsere beiden Mädchen wieder zurück sind. Da haben wir uns überlegt, wir könnten ja mal einen Ausflug machen. Einen kleinen. Wißt Ihr, wie aufregend das war? Das letzte Mal habe ich sowas gemacht, da war ich noch jung. Aber jetzt habe ich ja so viele junge Kuscheltiere um mich  herum, die sind noch ganz neugierig auf die Welt da draußen. Die Welt, in die ihr kleines Mädchen Tag für Tag verschwindet. Klar, nimmt sie immer mal wieder jemanden mit, aber das ist doch etwas anderes. Ich weiß gar nicht mehr, wer auf die Idee kam. Das war so ein typisches Durcheinandergeplapper der Jungen. Süß sind die manchmal, finden Mohrle und ich.

Irgendwie faßten wir also den Beschluß, einen Ausflug zu machen. Alle meinten, Mohrle und ich wären doch so alt und erfahren, wir wüßten bestimmt wie das geht. Zunächst waren wir uns sicher, dass wir vorsichtig sein müßten, damit uns kein Mensch sieht. Das verbietet die Kuscheltierehre. Wir beschlossen also, durch die Terrassentür nach draußen zu gehen. Wenn wir vorne rausgehen, entdeckt uns bestimmt jemand.

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Brummbärgeschichten: Spaß im Krankenhaus

Beim letzten Mal habe ich Euch davon erzählt, wie viel Angst mein damals noch kleines großes Mädchen im Krankenhaus hatte und wie schwere Nächte das auch für Mohrle und mich waren. Aber ich hatte auch schon angedeutet, dass es später noch lustig wurde. Gut, die Ärzte fanden das nicht alles so lustig. Wobei der Arzt, der mein Mädchen operiert hatte, eigentlich richtig nett und witzig war. Locken hatte der. Bis zu den Schultern. Das weiß ich noch. Wie der hieß, weiß ich auch noch. Ich habe nämlich ein ziemlich gutes Gedächtnis. Wie übrigens fast alle Kuscheltiere.

Als es meinem Mädchen wieder besser ging, hörte sie auch auf zu weinen. Sie hatte nette andere Mädchen mit im Zimmer. Nicht alle Krankenschwestern waren nett, die meisten aber schon. Eine Lehrerin kam auch, um mit den Kindern ihre Hausaufgaben zu machen. Aber das war nicht so, wie in der Schule, hat mein Mädchen gesagt. Mein Mädchen hat ihre Klassenlehrerin echt vermißt, auch wenn sie die Krankenhauslehrerin mochte. Aber es war ihr ein bißchen zu langweilig. Naja egal. Wie das mit dem Buchstaben „K“  zusammenhängt, verschweige ich lieber. Sonst entzieht mein großes Mädchen mir hier im Blog noch die Schreibrechte.

Wenn die Mädchen alleine waren, haben sie ganz schön viel Quatsch gemacht. Manchmal. Einmal haben sie eine Kissenschlacht gemacht. Das ging ganz schön wild zu. Mohrle und ich haben uns lieber unter der Bettdecke verkrochen. Nicht ohne unser Mädchen daran zu erinnern, dass sie nicht so rumtoben darf und vor allem, dass sie noch an so ein paar Schläuchen hängt. Normalerweise hat mein Mädchen nie groß rumgetobt. Sie war immer sehr vorsichtig. Aber dieses eine Mal hat sie die Vorsicht vergessen. Sie hat so richtig gelacht dabei. Da haben sogar Mohrle und ich wieder unter der Decke hervorgeguckt. Das tat so gut, wie unser Mädchen nach den ganzen Tränen plötzlich wieder so herzhaft lachte. Fanden wohl auch die Schwestern und Ärzte. Sonst hätten sie sicher mehr geschimpft, weil es natürlich passiert ist, dass mein Mädchen sich einen Schlauch rausgerissen hat. Ist aber alles gut gegangen. Puh, da war ich aber erleichtert! Lustig war es wirklich, auch wenn es am Ende doch für alle etwas Schimpfe gab.

Ich weiß seitdem auf jeden Fall, dass Krankenhäuser nicht nur schrecklich sind, sondern, dass die Kinder da auch Spaß haben können. Nicht immer, aber immerhin manchmal. Trotzdem möchte ich das mit meinem kleinen Mädchen nie erleben müssen.

Brummbärgeschichten: Begleitschutz

Mein große Mädchen war als Kind oft krank. Sie mußte öfter mal ins Krankenhaus. Als ich dann bei ihr eingezogen war, wollte sie mich unbedingt mitnehmen. Natürlich hatten die Leute im Krankenhaus Bedenken. So ein großes Kuscheltier hatte noch kein Kind mitgebracht. Aber die Eltern von meinem Mädchen wußten, wie wichtig ich für sie war und so durfte ich dann doch mit.

Das war ein Aufsehen, als wir im Krankenhaus ankamen! Mohrle beachtete keiner weiter, alle guckten nur auf mich. Der soll mit ins Bett? Das paßt doch nie!

Ach, die hatten ja alle keine Ahnung. Wir haben das schließlich zu Hause schon lange ausprobiert. Die Krankenschwestern bestanden aber Nachts auf ein bißchen Gitter am Bett, wenn ich mit rein sollte. Damit mein Mädchen nicht doch rausfällt. Naja, da konnte sie locker drüber klettern, es war ja nicht ganz hoch.

Mein Mädchen sollte operiert werden und hatte eine unendliche Angst. Geschimpft, geweint und getobt hat sie. Und gesagt, dass sie sich in der Nacht heimlich rausschleicht und abhaut. Das haben die ihr auch geglaubt, dass sie das wirklich macht. Sie kann manchmal sehr überzeugend sein…

Ihr habt ja keine Ahnung, wieviele Tränen ich da auffangen mußte, wie unser Mädchen Mohrle an sich geklammert hat. Wir hatten es ganz schön schwer dabei, sie zu trösten. Eine Krankenschwester hat uns geholfen, die war ganz lieb zu meinem Mädchen. Wir drei zusammen haben es schließlich geschafft, dass unser Mädchen dann doch nicht mehr flüchten wollte. Aber ich mußte sie ganz schön festhalten. Und Mohrle und ich hatten wirklich noch die ganze Nacht damit zu tun, ihr Mut zu machen. Wir haben ihr ganz fest versprochen, dass wir auf sie warten, wenn sie operiert wird. Dass wir da sind, wenn sie aufwacht (da haben wir natürlich voher die nette Krankenschwester gefragt, ob wir dürfen). Immer wieder fing sie an zu weinen. Was für ein Glück, dass wir da waren. Früher durften die Eltern noch nicht mit im Krankenhaus bleiben, da waren wir dann noch viel wichtiger. Wer hätte sie denn sonst festhalten und trösten sollen?

Das war wirklich eine der schwierigsten Nächte in unserem Leben. Als unser großes Mädchen dann nach der OP wieder wach wurde, waren wir für sie da. Haben sie getröstet, als es weh tat. Mohrle hat ihr die Tränen mit den Pfoten abgewischt, ich habe meine Schulter zum reinweinen hingehalten. So haben wir zusammen die erste Zeit im Krankenhaus einigermaßen gut überstanden.

Später wurde es sogar noch richtig lustig. Als es meinem Mädchen wieder besser ging. Das erzähle ich Euch beim nächsten Mal.

Brummbärgeschichten: Zerliebt

Brummbär und Kuschelkatze blättern im FotoalbumErinnert Ihr euch noch an meine erste Geschichte? Ist ja noch gar nicht so lange her, dass ich mich hier vorgestellt habe. Nachdem ich überlegt hatte, euch aus meinem Leben zu erzählen, haben wir hier nach Fotos gesucht. In alten Fotoalben, von denen wir gar nicht so viele haben. Aber wir haben drei Fotos gefunden, auf denen ich zu sehen bin.
Nachdem meine beiden Mädchen heute Morgen weg waren, haben Mohrle und ich uns diese Fotoalben geschnappt. Am Anfang sagte ich, gegen Mohrle sehe ich noch richtig jung und frisch aus. Das finde ich auch immer noch. Aber nun stellt euch mal vor, was Mohrle heute Morgen zu mir sagte!
„Hey du alter Brummbär. Von wegen du siehst noch so jung und frisch aus. Guck dich doch mal an.“ Ich sah an mir herunter. Guckte mich von oben und von unten an, betrachtete meine Tatzen. „Ja und?“, fragte ich.
„Najaaa“, sagte Mohrle. „Guck dir mal dein Fell an. Du bist auch schon ganz schön abgewetzt.“
Ich hab mich noch mal von oben bis unten ganz genau angeguckt. Ich finde mich gar nicht so zerzaust. Mohrle fing an zu kichern. „Jaja du alter Brummbär,“, meinte sie. „Bei sich selbst merkt man nicht wie man immer älter wird.“ Ich verstand gar nicht, was sie mir damit sagen wollte. Wieso älter wird? Kuscheltiere werden doch nie älter.
Dann guckte ich mir Mohrle noch einmal an. Ich lächelte. Meiner kleinen Katzenfreundin sieht man wirklich deutlich ihre Jahre an. Man sieht ihr an, wie sehr unser großes Mädchen sie geliebt hat, wie viele Stunden sie im Arm gehalten wurde, wie viele Nächte sie platt gekuschelt wurde. Und jetzt sagt Mohrle zu mir, mir sieht man das auch an? Ich weiß nicht. Ich bin noch noch viel frischer als als sie. Außerdem musste ich ja auch viel öfter zu Hause bleiben, weil ich so groß bin. Meine Mädchen können mich nicht einfach so im Arm überall hin mitnehmen, wie es mit der kleinen Katze geht. Schon deshalb bin ich doch noch viel jünger.

Brummbärgeschichten: Ich darf mit ins Bett

Ich glaube, Mohrle war schon länger bei meinem großen Mädchen, als ich. Das ist aber nicht wichtig. Wichtig ist, dass wir beide immer da waren, wenn sie uns brauchte. Denn das ist das wichtigste im Leben eines Kuscheltieres. Bei seinem Kind zu sein, sich mit ihm zu freuen und es zu trösten, wenn mal traurig ist. Für beides sorgen Mohrle und ich jetzt wieder. Dabei waren wir jahrelang schon im Kuscheltier-Ruhestand. Immer noch geliebt, aber lange nicht mehr so gebraucht. Wißt Ihr was: Das war irgendwie blöd. Ich bin jetzt zwar alt, aber wieder richtig glücklich. Wieder schläft ein Kind in meinem Arm ein. Das ist das schönste Geschenk für uns Kuscheltiere: das Vertrauen der Kinder.

Aber ich wollte ja erzählen, wie ich zu meinem großen Mädchen kam. Auch wenn die Eltern Bedenken hatten, weil ich viel zu groß für ihre Tochter war, durfte ich bleiben. Gleich am ersten Abendwurde mir die größte Ehre zuteil, die ein Kind einem Kuscheltier geben kann: Ich durfte mit in ihr Bett. Ihr glaubt gar nicht, wie ich mich darüber gefreut habe. Obwohl ich so groß war, durfte ich an der Seite meines Mädchens schlafen!

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