div. Utensilien für die Schatzsuche

Schatzsuche: Sherlock (Detektiv)

Wenn 12jährige noch eine Schatzsuche zum Kindergeburtstag wollen, bei der alle zusammen rätseln, muss man sich schon etwas einfallen lassen. Töchterchen ist Sherlock-Fan, damit wurde das dieses Jahr zum Motto. Erstes Problem: Welche der Freundinnen kennt die BBC-Serie, welche eventuell den klassischen Sherlock-Holmes? Wir erweiterten vage auf das Thema Detektiv, am Ende lag ich aber grundsätzlich doch bei Sherlock.

Ich ging die Herausforderung an. Anders mußte es werden, als die bisherigen Schatzsuchen, aber doch auch gleich. Sherlock ist eigen, die Mädels im Alter von 11 bis 13 auch, aber anders eigen, als Sherlock… Sie kennen ihn nicht, ich muss ihnen das also irgendwie vermitteln. Eine klassische Detektivgeschichte bauen? Nun ja. Das Wort Escape-Room fiel in der Anfangsplanung. Daraus entwickelte ich die zentrale Eigenschaft dieser Schatzsuche: Das Geheimnis des Koffers galt es zu lösen. Ein wenig gemein war das schon. Die Kinder trugen den Schatz die ganze Zeit mit sich herum und wußten es nicht. Sie wären aber auch nicht an ihn herangekommen, wenn sie es gewußt hätten. Ich verschachtelte mehrere Koffer und Taschen ineinander, jede(r) einzelne mit einem vierstelligen Zahlenschloß gesichert. Die Zahlenkombinationen galt es während der Schatzsuche zu lösen. Das erzählten wir ihnen aber nicht.

Ich plante, schrieb eine Geschichte, bastelte, erdachte Codes und Rätsel und bereitete vor. An manchen Stellen improvisierte ich aus Zeitgründen ein wenig bei der Ausführung…

Der Ablauf:

Während des Geburtstagstortenessens ertönte aus dem Arbeitszimmer so lange die Titelmelodie der BBC-Sherlock-Serie, bis jemand aufmerksam wurde. Damit alle einen gewissen Kenntnisstand hatten, hatte ich (eher zwischen Tür und Angel) Trailer zusammengeschnitten, sowie eine zentrale Szene, in der Sherlock einen Telefon-Sperrcode entschlüsselte: I am S-H-E-R-locked. Das wurde kurz darauf wichtig, denn wir hatten ein altes iPhone reaktiviert und mit den Buchstaben als Zahlen umgesetzt gesperrt. Die Szene ging über in eine Bilderslideshow die als optische Unterlege der Rätselgeschichte diente. Ich hatte mir eine kleine Sherlock-Geschichte zum Koffer ausgedacht, mir diese von einem befreundeten Moderator einsprechen lassen und spielte sie nun vor. Die Szene enthielt die ersten Hinweise.

Mrs Hudson ruft Sherlock, erzählt von einem Mann mit Koffer, der ihn sprechen wollte. Aber der ist jetzt verschwunden. Als Sherlock und Watson wieder in ihre Wohnung kommen, steht der Koffer auf dem Tisch. Daneben ein weißer Zettel, den Sherlock betrachtet und Watson anweist, alles einzusammeln, was mit ihnen zu tun hat, sie müssen los, sie haben einen Fall!
Den Hinweis verstehen die Kinder schnell. Im Raum liegt ein altes, vergilbtes Sherlock Holmes Buch (vorher von mir gebraucht bei Booklooker erworben), ein paar Zettel mit Hinweisen und Codes, die sie erst im späteren Verlauf benötigen würden, ein Notizbuch und auch irreführende Bilder.

Während die Mädchen im Arbeitszimmer waren, haben wir den Esstisch abgeräumt und da einen Reisekoffer, mit Zahlenschloß verschlossen, hingestellt. Den Koffer und einen weißen Zettel. Dass auf dem Zettel eine Botschaft sein mußte, hatten sie schnell herausgefunden, schließlich hatte auch Sherlock in der Geschichte einen weißen Zettel in der Hand und danach verkündet, dass sie einen Fall hätten. Schließlich kamen sie auch darauf, dass es sich um klassische Zitronen-Geheimtinte handelte und jemand griff zum Bügeleisen, um den Text sichtbar zu machen. Auf dem Zettel setzte sich die Geschichte fort, der Unbekannte schickte Sherlock los, das Geheimnis des Koffers zu lüften. Dann klingelte das iPhone, welches die Kinder noch gar nicht gesehen hatten. Eine Nachricht verriet den Mädchen, dass es um Zahlen geht, dass auch aus Buchstaben Zahlen werden können, aber um die vollständig lesen zu können, mussten sie das iPhone erstmal entsperren. Der Sperrbildschirm war der Hinweis auf den Code. Das ging fix, rauszufinden, dass sie die Buchstaben durch die entsprechende Zahl ihrer Position im Alphabet ersetzt und 2stellige Ziffern zusammengerechnet werden müssen.

Damit hatten die Mädchen alles beisammen um sich auf Sherlocks Spur zur Lösung des Kofferrätsels zu machen. Eine wichtige Rolle spielte während der Suche das iPhone, auf das wir Tipps schicken konnten, wenn die Schatzsucher mal festhingen. Zunächst war es noch einfach, es gab zwei Hinweise auf Orte in der direkten Umgebung, auf denen Ziffern standen. Ein Garagentor und eine Laterne. Das war die Kombination für das erste Schloß.

Als sie den Koffer öffneten, erblickten sie – einen alten Kinderkoffer und eine Tasche. Oh. Außerdem eine Karte auf Transparentpapier, auf der aber nur Straßenumrisse zu sehen waren, Hinweise wo sie hin müssen, hatte ich auf einem Unterleger markiert, den sie erstmal richtig anlegen mussten. Danach war der weitere Weg relativ einfach auszumachen. Tipps für die Zahlen waren in der fortlaufenden Geschichte, die der Unbekannte an Sherlock schrieb gegeben, in jedem Koffer lag ein weiterer Teil davon. An Punkt 1 galt es, die Buchstaben eines Schildes zu zählen, der zweite Teil des nächsten Codes war eine Hausnummer.
Nachdem auch das Schloß geöffnet war, gab es außer den Hinweisen ein paar Gummibärchen zur Ermunterung, es war heiß und der Weg so schrecklich lang 😉 Außerdem wurde es immer schwieriger, die Codes zu entschlüsseln. Die Kühltasche enthielt auch noch einen Umschlag mit weiterem Code-Material.

Das iPhone kam wieder ins Spiel, denn im Geschichtenverlauf gab es nur den Hinweis, welche Richtung jetzt grob eingeschlagen werden muss. Wir schickten ihnen die GPS-Koordinaten, die sie dann finden mussten per WhatsApp. Das lies sich lösen, aber dann? Kamen wir hilfreich mit Picknickdecke und Nervennahrung ins Spiel. Denn nun hieß es wirklich hinsetzen, konzentrieren und Codes knacken. Die erste Hürde war, die vorhandenen Materialien richtig zusammen zu sortieren. Ich hatte das Sherlock-Holmes-Buch komplett gelesen und die Worte, die ich für den Hinweis auf die nächste Zahl brauchte, in einer Tabelle aufgeschrieben. Seite, Ziffer, Wort.

letzte CoderätselDie letzte Hürde war genommen, die letzten Zettel freigegeben, nun fehlte nur noch die Kombination für den letzten Koffer. Die Mädels saßen in einem Wust aus einzelnen Zetteln und Hinweisen, die sie schnell zuordneten und dann untereinander aufteilten. Mit Hilfe der Cesarscheibe entschlüsselten sie: „Lüften Sie das Geheimnis des Koffers.“ Anhand des nächsten Codes „Sie haben alles, was sie brauchen“ und schließlich, das gelang nicht fehlerfrei, der Barcode war einfach zu fies (aber letztlich auch überflüssig): „Kombinieren Sie!“. Aber wie nun? Leicht habe ich es ihnen nicht gemacht. Sie mußten sich an vorherige Hinweise zurückerinnern, rechnen, eine Matheaufgabe querdenken und dann? Fehlten immer noch zwei Ziffern und wie ist überhaupt die Reihenfolge? Letzteres hatte ich durch Farbmarkierungen gelöst. Wahllos auf die Zettel verteilt hatte ich in verschiedenen Farben 1,2,3,4 geschrieben. Die letzten Codes waren entsprechend in Farben geschrieben. Zwei waren offensichtlich, weil sie als klare Rätsel vorlagen. Eine weitere Ziffer versteckte sich im Buch. Auf einer der Seiten, die sie zuvor benutzt hatten war ein englisches „nine“ deutlich in Orange umrahmt. Und siehe da, das Erinnerungsvermögen daran funktionierte perfekt, nachdem klar war, dass etwas oranges gebraucht wurde. Für die letzte Ziffer hatte ich mit Tinte auf einigen Zetteln Fingerabdruckspuren hinterlassen, die es zu zählen galt.

SchatzkofferDie Freude war groß, als sich der letzte Koffer ENDLICH öffnen ließ und sein Geheimnis der Schatz war. Was der Schatz war? Tja, für das Alter fanden wir die Standard-Mitgebsel doof und auch nicht passend für das Motto. Gut, es gab kleine Notizblöcke und Geheimstifte. Aber der Hautpteil war absolut Themenbezogen. Für jeden ein Exemplar des ersten Bandes der Taschenbuch-Reihe „Young Sherlock Holmes“. Diese hatte ich zuvor bei Medimops (Partner-Links) gebraucht gekauft und zum Glück waren auch alle im gleichen, sehr guten Zustand.

Abschließend gab es dann auf der Wiese zu Hause im Park noch ein Picknick. Wir bastelten Lupen aus Paprika-Ringen und kleinen Würstchen. Es gab eine letzte Botschaft, versteckt in einem Code aus Obst-Spießen. Hierfür hatten wir in Käsestückchen jeweils einen Buchstaben eingeritzt und die Position der Himbeere auf dem Spieß gab an, um den wievielten Buchstaben es sich handelte.

Schlecht-Wetter-Variante

Ein bewußt gewählter Nebeneffekt des Aufbaus dass die Kinder den Schatz die ganze Zeit bei sich hatten war, dass wir bei Gewitter oder Dauerregen die Schatzsuche auch in der Wohnung hätten stattfinden lassen können. Für die Zahlen des ersten Schlosses hätten wir sie so oder so rausgeschickt. Die Orte waren so nah, dass es bei jedem Wetter möglich gewesen wäre, auch ohne dass Zettel durchweichen und die Laune in den Keller geht. Bei der Planung hatte ich von den Positionen an denen es die Codes gab Fotos gemacht. Diese hätten wir ausdrucken und gemeinsam mit einigen anderen in der Wohnung verteilen können. Auch das iPhone wäre hier mit Nachrichten mehr mit ins Spiel gekommen, wenn zum Beispiel die Lage des Hauses auf der Karte gefunden wäre. Die finalen Codes waren ja ohnehin nur durch Kombinieren aller Hinweise stationär zu lösen.

Material

Ganz bewußt habe ich die Zettel mit der Geschichte, die Hinweise etc. klassisch per Hand angefertigt. Die Geschichte des Mannes mit dem Koffer habe ich mit Feder und Tinte auf gelbliches Papier geschrieben, die Ecken angkokelt, Wasserflecken draufgepritzt. Auch die Schatzkarte habe ich mit Feder skizziert, die Rätsel handschriftlich geschrieben. Klar, es wäre auch anders gegangen, mit Tippen und ausdrucken, aber das hätte der Sache den Charme genommen. Da war dann eher klassischer Sherlock-Holmes angesagt, bei der Schatzsuche. Den modernen Sherlock hatte ich durch das iPhone eingebunden.

Diverse Geheimcodes findet man zum Beispiel bei Bergziege
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gebrauchte Schatz-Bücher bestellt bei:
medimops.de

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