Reihe von Kinderbüchern

Wir lesen vor. Immer noch.

Ein ganz unwissenschaftlicher Beitrag zum Thema Vorlesen.

Immer wieder schreiben wir hier unter dem Stichwort Gelesen über Bücher, die wir unserer Tochter vorlesen. Die Art der Bücher hat sich im Laufe der Jahre vom klassischen Vorlesebuch über Bücher für Grundschulkinder bis hin zum Jugendbuch gewandelt. Das Kind wurde eben älter. Wir haben ihr schon immer vorgelesen. Kleine, kurze Geschichten zunächst. Ein festes Ritual entwickelte sich. Wir beginnen den Tag mit Vorlesen und beenden ihn auch damit. Bis heute ist das meist so. Ich wecke Töchterchen und lese zum Wachwerden erstmal ein kleines Stück vor. Das fällt morgens vor der Schule eher kurz aus, aber es gehört dazu. Abends, bevor sie ins Bett geht und dann selbst noch liest, gibt es ein längeres Stück. Das kann dann auch mal über eine halbe Stunde lang werden, ganz wie uns gerade danach ist. Die Lütte ist mittlerweile 12 Jahre alt.

„Ist die nicht viel zu alt zum Vorlesen?“ werden wir dann durchaus mal gefragt. Nein, ist sie nicht. Vorlesen ist eine gemeinsame, ruhige Zeit. Ein gemeinsames Erlebnis. Eine gemeinsame Geschichte, die wir zusammen lesen. Unersetzlich in dem oft vollen Alltag mit Ganztagsschule, Sport, Arbeit. Runterkommen, zusammen in eine andere Welt entschwinden, drüber reden, lachen, weinen, was immer das Buch uns vermittelt.
Vorlesen, das tut gut, wenn das Kind krank ist, es macht Schlecht-Wetter-Tage gemütlich, es gibt Gesprächsstoff.

Mal schleppt Töchterchen ein Buch aus ihrem Regal an, manchmal erwachen meine alten Kinderbücher wieder zum Leben, mal wählen wir gemeinsam ein Buch im Buchhandel aus. Ich lese gerne vor, es gibt Bücher, die kommen mir besser über die Lippen als andere. Ich musste auch schon mal eines wieder weg legen, weil ich den Schreibstil einfach nicht flüssig und mit entsprechender Lebendigkeit vorlesen konnte. Es kam auch einmal vor, dass die Lütte ein Buch wieder wegnahm und meinte, nein, das liest sie doch lieber alleine. Da muss sie sich alleine mit auseinandersetzen, das hat sie lieber für sich.

Für mich auch Teil des Vorlesens: Den Geschichten, den Personen eine Stimme geben. Nicht einfach nur Satz für Satz ablesen. Sondern die Stimmung transportieren. Wenn möglich, einzelne Protagonisten voneinander abgrenzen. Das macht mir Spaß, da hört Töchterchen auch heute noch gerne zu. Manche Bücher machen es mir leicht (Liliane Susewind oder Miranda Lux zum Beispiel), bei anderen gelingt es tatsächlich nur schwer.

Wir finden es gibt kein Alter, mit welchem das Kind plötzlich zu alt ist, um vorgelesen zu bekommen. Nur weil da eine Zahl erreicht ist, oder so. Genauso, wie es nicht zu früh sein kann, dem Kind vorzulesen, Geschichten zu vermitteln, in Bücher einzutauchen, genauso kann es auch nicht zu spät sein, damit wieder aufzuhören. Hauptsache, Vorleser und Zuhörer fühlen sich dabei wohl. Wenn einer von beiden nicht mehr mag – ja, dann ist es wohl Zeit, das Vorlesen zu beenden. Aber bis dahin ist die gemeinsame Zeit viel zu wertvoll, um sie nur weil Vorlesen angeblich vielleicht nur etwas „für Babys“ ist, abzubrechen. Bücher, die sich dafür eignen gibt es für jedes Alter.

Wer auf der Suche nach passenden Büchern zum Vorlesen ist:

Die Stiftung Lesen hat eine umfassende Seite mit Leseempfehlungen.
Außerdem findet man im guten örtlichen Buchhandel immer Ansprechpartner, die Buch-Tipps haben 🙂 Individuell auf die persönlichen Wünsche angepaßt.

  1. Oh mir ist das Herz beim Lesen aufgegangen. Ich finde Vorlesen toll und finde es super, dass ihr das so beibehaltet. <3
    Und ich finde es auch am besten, wenn den einzelnen Personen Emotionen und eine eigene Stimmlage geschenkt werden. Immer sehr schade, wenn das in Hörbüchern nicht der Fall ist.

    Schöner Beitrag!
    Grüße,
    Celine von The Printrovert

    P.s. Danke fürs Verlinken in der Blogroll, ich freue mich da so drüber <3

  2. Danke für den lieben Kommentar 🙂
    Ja, die Blogroll, die ist leider ins Stocken geraten, da fehlt die Zeit zur Vervollständigung.

    Gruß
    Anja

  3. Was für ein schöner Beitrag. Ich denke ich komme auf dem Blog wohl jetzt öfter vorbei. Mein zweijähriger bekommt jeden Abend eine Gute-Nach-Geschichte. Aktuell muss es immer Winnie Pooh sein. Während des Tages tun´s dann auch kürzere Geschichten, Was-ist-Was Bücher, Wimmelbücher usw.. Mir gefällt das sehr gut und ich finde es immer wieder spannend einen Satz nicht zu beenden um herauszufinden ob er, so wie meistens, die nächsten Wörter kennt.

  4. Danke für das Kompliment 🙂
    Mit einem Zweijährigen habt Ihr ja noch viele, viele schöne Vorlesestunden und Bücherentdeckungen vor Euch.
    In unseren älteren Beiträgen finden sich da ja vielleicht noch ein paar Ideen.
    Gruß
    Anja

  5. Wir lesen auch immer noch vor. Die Kinder sind 10 und 7. Sie lieben es, vorgelesen zu bekommen. Wir kuscheln uns dann alle aufs Sofa und die Kinder suchen sich ein Buch raus. Und dann wird laaange gelesen. Vorlesen ist einfach toll und alle Streitereien sind schnell vergessen.
    Liebe Grüße
    Carola

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