Schlagwort: Rezension

Gelesen: Wer der Herde folgt, sieht nur Ärsche

Cover „Wer der Herde folgt…“ vor Bücherregal

Cover Wer der Herde folgt…

Hannes Jaenicke schreibt über Helden. Beziehungsweise darüber, dass wir dringend wieder welche brauchen. Und damit meint er nicht die „Helden“ von DSDS, Supertalent oder sonstigen Fernsehshows. Sondern Helden, die ihr Ding im Kleinen tun, ohne groß drüber zu reden, ohne berühmt werden zu wollen.

Dabei greift er in „Wer der Herde folgt, sieht nur Ärsche“ aber den Herdentrieb auf, dass man heutzutage nur noch dem Mainstream hinterher läuft. Sich bestenfalls durch große Stars inspirieren lässt. Schlimmstenfalls von Georgia-Virginia als neuestes deutsches Topmodel. Sich wirklich selbst engagieren? Ach, guck, der Thomas Schneidereit, der diesjährige The Voice Gewinner hat ein SOS-Kinderdorf besucht, wie nett.

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Gelesen: Wächter der Meere, Hüter des Lichts

Cover Wächter der Meere vor Bücherregal

Nachdem wir mit Miranda Lux so viel Vergnügen beim Vorlesen hatten, lag es nahe, auch den neuen Jugendroman von Oliver Schlick zu kaufen. „Wächter der Meere, Hüter des Lichts“ übte aber auch aus anderen Gründen einen gewissen Reiz aus, zumindest auf mich. Leuchttürme, das riecht immer ein wenig nach Meer. Auf der Frankfurter Buchmesse nahmen wir das Buch in die Hand, der Cover des Schutzumschlags mit dem leuchtenden Leuchtturm, der Farbgestaltung in überwiegend blau und gelb wirkt. Auch dadurch, dass der Umschlag nicht glänzend und glatt ist, sondern eine leichte Struktur hat. Die Haptik ist eher weich und nicht so kalt, wie es die typischen Umschlage sind. Rutscht auch weniger aus der Hand. Soviel zu den äußeren Reizen eines Romans, den man als reine Geschichte lesen kann, der aber auch noch eine andere Ebene hat, eine – sagen wir mal – philosophisch-psychologische, derer man sich gerne mal bewußt werden darf. Ach ja, ein wenig Detektiv spielen kann der Leser nebenbei auch noch, wenn er mag.

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Gelesen: Was wir dachten, was wir taten

Cover was wir dachten… vor Bücherregal

Cover. Was wir dachten, was wir tatenSehr bedächtig, beeindruckt und nachdenklich legte ich den Debütroman der beim Schreiben erst 18jährigen Lea-Lina-Oppermann aus der Hand. Ich hatte „Was wir dachten, was wir taten“ für Töchterchen zum Nikolaus gekauft. Auf Empfehlung unserer Buchhändlerin, die die Autorin auch schon für eine Lesung zu Gast hatte. „Ja, es ist ab 14, aber bei dem, was sie sonst liest – das paßt!“ Mit 180 Seiten hat das kleine Buch ein angenehmes Format für den Stiefel, so dass ich es dann auch auswählte, aus all den anderen Wünschen. Die Art, wie die Buchhändlerin mir das Buch beschrieb, hatte mich so neugierig gemacht, dass ich es zu Hause direkt aufschlug. Und las. Und las. Wow. Wie stark geschrieben! Dann mußte ich das Lesen jedoch abbrechen, weil ich das Buch gesichert vor Töchterchens Augen verstecken mußte. Doch jetzt konnte ich „Was wir dachten, was wir taten“ zu Ende lesen. Da Töchterchen noch ein anderes Buch am Wickel hat, folgt hier nur meine Erwachsenen-Meinung dazu.

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Gedanken: Kinder- und Jugend-Buchbewertungen

gestapelte Bücher

Sie geistert schon eine ganze Weile in meinem Kopf herum: Die Frage nach dem Wert von Buchbewertungen zu Kinder- und Jugendbüchern. Buchbewertungen wie sie zum Beispiel bei Amazon zu Hauf abgegeben werden. In denen Eltern oder auch Großeltern, Tanten, Onkel etc. über die Bücher schreiben, die die Kinder gelesen haben, bzw. sogar erst lesen sollen. Oder die ihnen vorgelesen wurden. Wie oft liest man da: „Mir gefiel das Buch sehr gut (…), mein Enkel wird sich sicher darüber freuen.“ Ja, nun. Erwachsenensicht. Immer wieder, überall vor allem bei den Kinderbüchern. Erstaunlich selten im Verhältnis steht dann auch mal eine Bewertung da, in der die Reaktion der Zielgruppe, nämlich der Kinder und auch Jugendlichen erwähnt wird.

Wir schreiben hier auch über Kinder- und Jugendbücher. Aber immer nur über die, die wir unserer Tochter vorgelesen haben. Immer nur unter Berücksichtigung dessen, was sie dazu gesagt hat, wie sie reagiert hat. Es kam auch schon vor, dass ein Beitrag zu einem Buch nicht geschrieben wurde, weil ich nicht wußte, wie ich über das Buch schreiben soll, weil Töchterchens Meinung nicht so richtig greifbar war.

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Gehört: Seefeuer

Cover Hörbuch Seefeuer

Mit Seefeuer von Elisabeth Herrmann hörten Töchterchen und ich uns unser erstes Jugendthriller-Hörbuch. Die geplante 600 km Fahrt zu Oma und Opa fiel aus, so dass wir es nur häppchenweise hören konnte, was teilweise etwas blöd war, weil es doch einige spannende Stellen gab, bei denen ich sehr ungerne unterbrochen habe. Doch von vorne.

Warum hatte ich „Seefeuer“ rausgesucht? Es versprach Spannung. Es spielt an der Nordsee und die Seehundstation Friedrichskoog, in der Marie, die Hauptperson arbeitet, kennen wir auch. Praktisch beim Fahren auf der Autobahn wäre auch gewesen, dass der Hörverlag die gekürzte Lesung auf eine mp3 gebracht hat, da entfällt der CD-Wechsel. 7 Stunden, 20 Minuten. Prima Länge für einmal Hamburg und zurück. Theoretisch.

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Gedanken im Vorfeld der Frankfurter Buchmesse

Collage aus Buchmessenfotos

Es ist wieder soweit: Die Frankfurter Buchmesse öffnet ihre Tore. Das erste Mal gingen wir noch ganz unvorbereitet hin. Wobei – unvorbereitet stimmt nicht. Wir haben uns ganz bewußt dafür entschieden, nichts zu planen und uns unvoreingenommen umzusehen. Jetzt waren wir schon einige Male zu Gast bei der Buchmesse. Nein, hier kommt jetzt nicht der 1000. Messeguide, was ziehe ich an, wie bereite ich mich vor etc.

Wir werden dieses Jahr wieder als Blogger an den Fachbesuchertagen auf dem Messegelände rumlaufen (zur generellen Akkreditierung von Bloggern als Journalisten sag ich besser nichts…). Ein Segen für mich, die ich ein massives Problem mit Menschenmassen habe. Wovon es auch da schon mehr als genug gibt, aber eben weniger als am Wochenende. Noch dazu ist die Buchmesse dieses Jahr während der rheinland-pfälzischen Herbstferien, das heißt, Töchterchen kann auch in der Woche mit und sich bei Bedarf mehrere Tage umsehen. Die Eintrittskarten sind ausgedruckt, ich schwanke zwischen Vorfreude und Grauen. Gut für mich ist, dass wir eben schon mehrfach da waren und somit eine gewisse Routine haben und uns ein wenig auf dem Gelände auskennen. Das senkt den Streßfaktor etwas.

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Gelesen: Mein Leben mal eben

Cover „Mein Leben mal eben“ vor Buchregal

Mein Leben mal eben CoverAnouk hat das Unnormal-Gen, so nennt sie selbst es. Das Unnormal-Gen, welches dafür sorgt, dass sie anders ist. Sie ist 13, und steht auf Metal, nicht auf Pop. Dass die anderen stundenlang in der Schule über ein Computerspiel reden, in dem sie sich Familien erschaffen und sie nur den Steinzeitlaptop einer ihrer Mütter hat, auf dem es sich nicht mal installieren läßt, macht es nicht gerade leichter. So wie die Tatsache, dass sie zwei Mütter und einen Vater nur als Samenspender hat, das Gefühl, nicht normal zu sein, noch verstärkt. Dem Steinzeitlaptop ist es allerdings zu verdanken, dass Anouk das Tagebuchschreiben anfängt. Was soll sie sonst mit dem Ding machen?

Das sind die Dinge, die der Leser, oder vor allem wohl die Leserin gleich am ersten Tag erfährt. Am ersten Tag des Tagebuchs. Denn auch „Mein Leben mal eben“ entspricht nicht ganz dem alltäglichem Buchaufbau. Nikola Huppertz schreibt hier keine klassische erzählte Geschichte aus der einen oder anderen Perspektive. Die Ich-Erzählerin erzählt hier nicht. Sie schreibt ihr Tagebuch. Das Tagebuch einer 13jährigen.

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Gelesen: Dark Matter – Der Zeitenläufer

Cover Dark Matter vor Bücherregal

Ich beginne mal mit dem Klappentext, der der Grund war, warum ich dieses Buch kaufte: „ „Bist Du glücklich?“ Das sind die letzten Worte, die Jason Dessen hört, bevor ihn ein maskierter Mann niederschlägt. Als er wieder zu sich kommt, begrüßt ihn ein Fremder mit den Worten „Willkommen zurück, alter Freund.“ Denn Jason ist in der Tat zurückgekehrt – doch nicht in sein eigenes Leben, sondern in eines, das hätte sein können. […] Auf der Suche nach einer Antwort begibt sich Jason auf eine ebenso gefährliche wie atemberaubende Reise durch Zeit und Raum. Eine Reise, die ihm am Ende auch mit den dunklen Abgründen seiner eigenen Seele konfrontieren wird.“

Das klang spannend. Jason Dessen lebt ein normales Leben, mit einer mehr oder weniger befriedigenden Ehe, einem Sohn und Abenden in der Kneipe. Eines Abends wird er gekidnapped und wacht in einer neuen Welt auf. In der er erfolgreich ist. Er aber keine Ahnung hat warum. Ein High-Tech-Labor. Er der führende Wissenschaftler. Der Zeitreisen möglich machen wollte und dies selbst ausprobierte.

Die Theorie, warum das Reisen in Zeit und Raum möglich sind, werden im folgendem „wissenschaftlich“ erläutert. Wie weit das aus dem Aluhut gezogen ist oder halbwegs logisch ist, kann ich nicht sagen. Ehrlich gesagt, ich habe es auch verdrängt.

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