Alma ganz klein vor Bücherregal

Gelesen: Alma, ganz klein

AlmaDas Fräulein Tochter liebt es, sich vorlesen zu lassen. Mit dem selber Lesen hat sie es hingegen leider nicht so. Für ein Buch hat sie jedoch zu Beginn ihrer Schulzeit eine Ausnahme gemacht: „Alma, ganz klein“ von Nikola Huppertz. Sie hat dieses Erstlesebuch ziemlich lange mit sich rumgeschleppt, fast überall hin mitgenommen. Und immer ein bißchen darin gelesen, schließlich kannte sie es nahezu auswendig. Irgendetwas an Almas Geschichte hat Töchterchen so sehr berührt, dass es ein ganz besonderes Buch für sie wurde. Auch vorgelesen wurde es mehr als nur einmal.

Ich stieß dank einer Empfehlung der Stiftung Lesen auf „Alma ganz klein“ aus der Erstleser-Reihe „Der Bücherbär“ aus dem Arena Verlag. „Was du dir immer ausdenkst!“ Das ist der zentrale Satz in Almas Leben und sie bekommt ihn selbst von der Erzieherin zu hören.

Ja, Alma ist anders, Alma denkt sich ständig Sachen aus. Tolle Sachen, wie sie findet. Leider sieht die Clique der „Coolen Mädchen“ das anders und Alma darf nicht mitmachen. Sie ist die Außenseiterin. Als auch noch ihre Freundin Sarah sich den Coolen Mädchen anschließt, wünscht Alma sich ganz klein. Und plötzlich schrumpft Alma. Sie fällt in ein Mauseloch und dort trifft sie auf eine Gesellschaft von kleinen Tieren. Sie sind auch alle anders, so wie Alma. Da unten sagt plötzlich keiner mehr vorwurfsvoll „Was du dir immer ausdenkst“, nein, da unten finden sie Almas Ideen toll. Alma begreift, dass sie gut ist, wie sie ist.

„Alma, ganz klein“ ist liebevoll und eindringlich erzählt. Es geht sofort ganz leise unter die Haut. Nicht mit einem Wort heißt es, dass die Coolen Mädchen gemein und unfair sind. Das ist gar nicht notwendig, denn das spürt auch der kleine Leser sofort. Unglaublich, wie Nikola Huppertz diese Wirkung in ein Erstlesebuch mit kurzen, einfachen Sätzen packt. Auch wenn das eine oder andere vielleicht noch zu schwierige Wort dabei ist.
Nikola Huppertz beschreibt einfach, wie es sich für Alma anfühlt, wie es im Bauch kribbelt. Und das sitzt. Die Kinder fühlen mit, viele werden schon die eine oder andere Situation erlebt haben, in der sei sich vorkamen wie Alma und am liebsten ganz klein in einem Loch verschwunden wären. Unterstützt wird diese Wirkung von den Illustrationen von Joelle Tourlonias., die ganz wunderbar zu der Geschichte passen. Jede der 52 Seiten ist voll illustriert, Text und Bild wirken quasi perfekt zusammen.

Zum Buch gehört auch noch ein Begleitheftchen zur Vertiefung der Geschichte und als Lesekontrolle. Das Heft enthält Rätsel, Lückentexte, Fragen. Es ist mit 15 Seiten sogar ziemlich umfangreich.

„Alma, ganz klein“ ist eines der besten Erstlesebücher, die ich gelesen habe, für Töchterchen wahrscheinlich sogar das Beste. Denn kaum einem anderen Buch kam hier sonst die Ehre zuteil, wirklich mehrfach gelesen und auch mitgenommen zu werden. Es nimmt das Lesekind mit, es berührt, ohne großes Aufsehen. Der Text ist trotz der kurzen, einfachen Sätze flüssig zu lesen, nichts wirkt konstruiert oder holperig und krampfhaft in die Form eines Erstlesebuches gebracht. Das ist selten. Es gibt viele gute und schöne Geschichten in Erstlesebüchern, aber ich frage mich gerade, ob ich dabei schon eine so gut für diese Form geschriebene gefunden habe, wie „Alma, ganz klein“.

Ganz klare 5 Sterne für dieses Erstlesebuch.

5 Sterne für Filippa Funkelte

 

 

Und ja, ich denke darüber nach, wenigstens mal in andere Geschichten der Autorin reinzulesen.

AlmaNikola Huppertz
Alma, ganz klein

Der Bücherbär
Arena Verlag
56 Seiten, 7,99€

ISBN: 978-3-401-09908-8

 

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  3. danke für diese tolle rezension!
    du hast mir echt lust auf die geschichte gemacht!
    das klingt wirklich nach einem herzlichen buch! ach, da fühle ich ja jetzt schon mit. die kleine alma, eine träumerin und aussenseiterin… ich find es toll, dass sie sich ständig sachen ausdenkt! das ist bestimmt lustig.
    gerne würde ich auch mit ihr auf ein „kleines“ abenteuer gehen…

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