Hängefiguren im Grünen Meer

Die Sache mit den Kinderfotos

Immer wieder ein sehr umstrittenes Thema in den Netzwerken ist die Frage, wie man mit den Fotos seiner Kinder umgeht. „Klar, die kann man locker online stellen, egal, wie die Kinder darauf abgebildet sind, wo ist da das Problem?“, sagen die einen. „Auf gar keinen Fall, Kinderfotos gehören nicht öffentlich verbreitet“, die anderen. Wir gehören hier zu den anderen. Schon vor einigen Jahren, als das Thema noch weniger interessant erschien und insgesamt noch wesentlich bedenkenloser mit Kinderfotos umgegangen wurde, schrieb ich dazu etwas nebenan im Netleben. Daran hat sich bis heute nichts geändert.

Als wir überlegten, dieses Blog wieder zu aktivieren, kam auch die Frage auf, wie wir die Inhalte bebildern. Dabei ging es insbesondere um das Vorhaben, die Schatzsuchen zu Kindergeburtstagsfeiern hier mehr einzubringen. Aber auch um die Ausflugstipps. Was verleiht so einem Artikel mehr Lebendigkeit und Ausdruck, als die Fotos lachender und glücklicher Kinder? Ich glaube, wir haben nicht mal eine Sekunde darüber nachgedacht, ob das eine Option sein könnte. Ja, wir könnten die Eltern der anderen Kinder um ihr Einverständnis zur Veröffentlichung der Bilder bitten, die wir bei so einem Geburtstag machen. Manche würden vielleicht sogar ja sagen. Inzwischen ist unsere Tochter in einem Alter, in welchem wir auch die Kinder selbst fragen müssen, denn vielleicht ist es den Eltern recht, den Kindern aber nicht? 

Aber es gibt von uns ein ganz klares Nein zu Kinderfotos im Internet. Zumindest solchen, auf denen das Kind zu erkennen ist. Kein Klick der Welt, die uns solche Fotos vielleicht bringen könnten, ist es wert, die Kinder so zu benutzen. Wir haben Respekt vor den Kindern, auch unsere Tochter haben wir – wenn überhaupt – nur von hinten gezeigt, egal wo. Zum einen ist das, was wir süß, oder lustig, oder schön, oder, oder, oder finden, den Kindern vielleicht einfach nur peinlich oder unangenehm. Zum anderen haben auch Kinder ein Recht auf Privatsphäre. Ab einem gewissen Alter ist der Aufschrei dann groß, wenn die Teenies ihre mehr oder weniger freizügigen Fotos online posten. Frage ich mich am Rande, woher diese ein Bewußtsein dafür entwickelt haben sollen, wenn ihre Eltern seit frühester Kindheit genau das vorgelebt haben. Fotos verbreiten sich rasant, sind am Ende nie wieder löschbar, bei einem Familienfotoalbum früher war das anders. Da blieben die Fotos nur dem Kreis zugänglich, der das Album gerade betrachtete. Ach, die Fotos wurden nur im Freundeskreis geteilt? Wie viele „Freunde“ sind das? Wie viele von denen laden die Fotos vielleicht runter, es gibt immer Wege, wie sich ein Bild auch außerhalb des geteilten Kreises zum Teil rasant weiter verbreitet.

Nein, unsere Tochter wird eines Tages selbst entscheiden können, ob sie ihr Gesicht im Internet zeigen möchte. Das hat was mit Vertrauen, mit Respekt, mit Achtung, aber auch mit Vorsicht und Rücksichtnahme zu tun. Nebenbei sind nicht alle Menschen, die diese Fotos betrachten nur Eltern oder Freunde, gerade zum Beispiel die ach so süßen Planschbecken-Fotos regen bei ein paar Menschen durchaus andere Fantasien an. 

Wir verzichten hier auf diesen Teil der Bloggestaltung, egal, wie es die Artikel vielleicht optisch aufwerten, wie es den Inhalt unterstreichen würde. Wer hier länger mitliest, der wird sich vielleicht an ein paar Bilder bei den Brummbärgeschichten erinnern. Das sind alte Fotos aus meinem Familienalbum, das bin ich und ich konnte selber entscheiden, dass ich das ca. 40 Jahre später online stelle. 

Nachfolgend noch ein paar Beispiel-Links zu dem Thema:
Der rechtliche Aspekt hinter den Fotos im Netz bei Gulden Röttger Rechtsanwälte.
Schau Hin, immer eine gute Seite zum Thema Kinder und Internet.
Ein älterer SWR-Beitrag
Verschiedene Blickwinkel im Tagesspiegel.
Auch bei Logo, den Kindernachrichten des KiKa, gab es einen Beitrag.