Kategorie: Kinderleben

Neue Vitaminschnitzer

Apfel-Mandarinen-Schnecke
Apfel-Mandarinen-Schnecke
Töchterchens Création. Schnecke aus Apfel und Mandarine mit Marzipanaugen kriecht auf einem Weg aus Sonnenblumenkernen. Im Hintergrund Schmetterling und Sonne und Wolke aus Käse.

Leider ist meine Zeit zur Gestaltung kinderfreundlicher Obst- und Gemüsebeilagen sehr rar geworden. Jetzt gibt es aber mal wieder ein paar  neue Beispiele bei den Vitaminschnitzern. Mit ein paar dreidimensionalen Sachen.

Brummbärgeschichten: Spaß im Krankenhaus

Beim letzten Mal habe ich Euch davon erzählt, wie viel Angst mein damals noch kleines großes Mädchen im Krankenhaus hatte und wie schwere Nächte das auch für Mohrle und mich waren. Aber ich hatte auch schon angedeutet, dass es später noch lustig wurde. Gut, die Ärzte fanden das nicht alles so lustig. Wobei der Arzt, der mein Mädchen operiert hatte, eigentlich richtig nett und witzig war. Locken hatte der. Bis zu den Schultern. Das weiß ich noch. Wie der hieß, weiß ich auch noch. Ich habe nämlich ein ziemlich gutes Gedächtnis. Wie übrigens fast alle Kuscheltiere.

Als es meinem Mädchen wieder besser ging, hörte sie auch auf zu weinen. Sie hatte nette andere Mädchen mit im Zimmer. Nicht alle Krankenschwestern waren nett, die meisten aber schon. Eine Lehrerin kam auch, um mit den Kindern ihre Hausaufgaben zu machen. Aber das war nicht so, wie in der Schule, hat mein Mädchen gesagt. Mein Mädchen hat ihre Klassenlehrerin echt vermißt, auch wenn sie die Krankenhauslehrerin mochte. Aber es war ihr ein bißchen zu langweilig. Naja egal. Wie das mit dem Buchstaben „K“  zusammenhängt, verschweige ich lieber. Sonst entzieht mein großes Mädchen mir hier im Blog noch die Schreibrechte.

Wenn die Mädchen alleine waren, haben sie ganz schön viel Quatsch gemacht. Manchmal. Einmal haben sie eine Kissenschlacht gemacht. Das ging ganz schön wild zu. Mohrle und ich haben uns lieber unter der Bettdecke verkrochen. Nicht ohne unser Mädchen daran zu erinnern, dass sie nicht so rumtoben darf und vor allem, dass sie noch an so ein paar Schläuchen hängt. Normalerweise hat mein Mädchen nie groß rumgetobt. Sie war immer sehr vorsichtig. Aber dieses eine Mal hat sie die Vorsicht vergessen. Sie hat so richtig gelacht dabei. Da haben sogar Mohrle und ich wieder unter der Decke hervorgeguckt. Das tat so gut, wie unser Mädchen nach den ganzen Tränen plötzlich wieder so herzhaft lachte. Fanden wohl auch die Schwestern und Ärzte. Sonst hätten sie sicher mehr geschimpft, weil es natürlich passiert ist, dass mein Mädchen sich einen Schlauch rausgerissen hat. Ist aber alles gut gegangen. Puh, da war ich aber erleichtert! Lustig war es wirklich, auch wenn es am Ende doch für alle etwas Schimpfe gab.

Ich weiß seitdem auf jeden Fall, dass Krankenhäuser nicht nur schrecklich sind, sondern, dass die Kinder da auch Spaß haben können. Nicht immer, aber immerhin manchmal. Trotzdem möchte ich das mit meinem kleinen Mädchen nie erleben müssen.

Brummbärgeschichten: Begleitschutz

Mein große Mädchen war als Kind oft krank. Sie mußte öfter mal ins Krankenhaus. Als ich dann bei ihr eingezogen war, wollte sie mich unbedingt mitnehmen. Natürlich hatten die Leute im Krankenhaus Bedenken. So ein großes Kuscheltier hatte noch kein Kind mitgebracht. Aber die Eltern von meinem Mädchen wußten, wie wichtig ich für sie war und so durfte ich dann doch mit.

Das war ein Aufsehen, als wir im Krankenhaus ankamen! Mohrle beachtete keiner weiter, alle guckten nur auf mich. Der soll mit ins Bett? Das paßt doch nie!

Ach, die hatten ja alle keine Ahnung. Wir haben das schließlich zu Hause schon lange ausprobiert. Die Krankenschwestern bestanden aber Nachts auf ein bißchen Gitter am Bett, wenn ich mit rein sollte. Damit mein Mädchen nicht doch rausfällt. Naja, da konnte sie locker drüber klettern, es war ja nicht ganz hoch.

Mein Mädchen sollte operiert werden und hatte eine unendliche Angst. Geschimpft, geweint und getobt hat sie. Und gesagt, dass sie sich in der Nacht heimlich rausschleicht und abhaut. Das haben die ihr auch geglaubt, dass sie das wirklich macht. Sie kann manchmal sehr überzeugend sein…

Ihr habt ja keine Ahnung, wieviele Tränen ich da auffangen mußte, wie unser Mädchen Mohrle an sich geklammert hat. Wir hatten es ganz schön schwer dabei, sie zu trösten. Eine Krankenschwester hat uns geholfen, die war ganz lieb zu meinem Mädchen. Wir drei zusammen haben es schließlich geschafft, dass unser Mädchen dann doch nicht mehr flüchten wollte. Aber ich mußte sie ganz schön festhalten. Und Mohrle und ich hatten wirklich noch die ganze Nacht damit zu tun, ihr Mut zu machen. Wir haben ihr ganz fest versprochen, dass wir auf sie warten, wenn sie operiert wird. Dass wir da sind, wenn sie aufwacht (da haben wir natürlich voher die nette Krankenschwester gefragt, ob wir dürfen). Immer wieder fing sie an zu weinen. Was für ein Glück, dass wir da waren. Früher durften die Eltern noch nicht mit im Krankenhaus bleiben, da waren wir dann noch viel wichtiger. Wer hätte sie denn sonst festhalten und trösten sollen?

Das war wirklich eine der schwierigsten Nächte in unserem Leben. Als unser großes Mädchen dann nach der OP wieder wach wurde, waren wir für sie da. Haben sie getröstet, als es weh tat. Mohrle hat ihr die Tränen mit den Pfoten abgewischt, ich habe meine Schulter zum reinweinen hingehalten. So haben wir zusammen die erste Zeit im Krankenhaus einigermaßen gut überstanden.

Später wurde es sogar noch richtig lustig. Als es meinem Mädchen wieder besser ging. Das erzähle ich Euch beim nächsten Mal.

Brummbärgeschichten: Zerliebt

Brummbär und Kuschelkatze blättern im FotoalbumErinnert Ihr euch noch an meine erste Geschichte? Ist ja noch gar nicht so lange her, dass ich mich hier vorgestellt habe. Nachdem ich überlegt hatte, euch aus meinem Leben zu erzählen, haben wir hier nach Fotos gesucht. In alten Fotoalben, von denen wir gar nicht so viele haben. Aber wir haben drei Fotos gefunden, auf denen ich zu sehen bin.
Nachdem meine beiden Mädchen heute Morgen weg waren, haben Mohrle und ich uns diese Fotoalben geschnappt. Am Anfang sagte ich, gegen Mohrle sehe ich noch richtig jung und frisch aus. Das finde ich auch immer noch. Aber nun stellt euch mal vor, was Mohrle heute Morgen zu mir sagte!
„Hey du alter Brummbär. Von wegen du siehst noch so jung und frisch aus. Guck dich doch mal an.“ Ich sah an mir herunter. Guckte mich von oben und von unten an, betrachtete meine Tatzen. „Ja und?“, fragte ich.
„Najaaa“, sagte Mohrle. „Guck dir mal dein Fell an. Du bist auch schon ganz schön abgewetzt.“
Ich hab mich noch mal von oben bis unten ganz genau angeguckt. Ich finde mich gar nicht so zerzaust. Mohrle fing an zu kichern. „Jaja du alter Brummbär,“, meinte sie. „Bei sich selbst merkt man nicht wie man immer älter wird.“ Ich verstand gar nicht, was sie mir damit sagen wollte. Wieso älter wird? Kuscheltiere werden doch nie älter.
Dann guckte ich mir Mohrle noch einmal an. Ich lächelte. Meiner kleinen Katzenfreundin sieht man wirklich deutlich ihre Jahre an. Man sieht ihr an, wie sehr unser großes Mädchen sie geliebt hat, wie viele Stunden sie im Arm gehalten wurde, wie viele Nächte sie platt gekuschelt wurde. Und jetzt sagt Mohrle zu mir, mir sieht man das auch an? Ich weiß nicht. Ich bin noch noch viel frischer als als sie. Außerdem musste ich ja auch viel öfter zu Hause bleiben, weil ich so groß bin. Meine Mädchen können mich nicht einfach so im Arm überall hin mitnehmen, wie es mit der kleinen Katze geht. Schon deshalb bin ich doch noch viel jünger.

Brummbärgeschichten: Ich darf mit ins Bett

Ich glaube, Mohrle war schon länger bei meinem großen Mädchen, als ich. Das ist aber nicht wichtig. Wichtig ist, dass wir beide immer da waren, wenn sie uns brauchte. Denn das ist das wichtigste im Leben eines Kuscheltieres. Bei seinem Kind zu sein, sich mit ihm zu freuen und es zu trösten, wenn mal traurig ist. Für beides sorgen Mohrle und ich jetzt wieder. Dabei waren wir jahrelang schon im Kuscheltier-Ruhestand. Immer noch geliebt, aber lange nicht mehr so gebraucht. Wißt Ihr was: Das war irgendwie blöd. Ich bin jetzt zwar alt, aber wieder richtig glücklich. Wieder schläft ein Kind in meinem Arm ein. Das ist das schönste Geschenk für uns Kuscheltiere: das Vertrauen der Kinder.

Aber ich wollte ja erzählen, wie ich zu meinem großen Mädchen kam. Auch wenn die Eltern Bedenken hatten, weil ich viel zu groß für ihre Tochter war, durfte ich bleiben. Gleich am ersten Abendwurde mir die größte Ehre zuteil, die ein Kind einem Kuscheltier geben kann: Ich durfte mit in ihr Bett. Ihr glaubt gar nicht, wie ich mich darüber gefreut habe. Obwohl ich so groß war, durfte ich an der Seite meines Mädchens schlafen!

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Brummbärgeschichten: Randbemerkung

Ich möchte nur kurz etwas einwerfen: Nicht, dass Ihr glaubt, ich erzähle jetzt nur von der Vergangenheit, oh nein. Dazu geht es viel zu turbulent zu, in meinem Kuschelbärenleben. Glaubt Ihr nicht? So ein alter Brummbär sitzt doch den ganzen Tag nur dumm rum und tut nichts? Ach, ihr Menschen, ihr habt doch keine Ahnung. Wir Kuscheltiere haben doch auch ein Leben. Ja, werden die Erwachsenen jetzt sagen. In der Fantasie der Kinder. Wissen wir doch. Erinnert Ihr Euch noch daran, als ihr Kinder wart? Wie ihr mit uns Kuscheltieren gespielt habt? Habt Ihr wirklich geglaubt, dass wir nur durch Euch leben? Ernsthaft? Fragt mal Eure Kinder.

Brummbärgeschichten: Unser Kennenlernen

Es ist viele Jahre her, da bekam mein großes Mädchen mich von seinem Opa geschenkt. Ich glaube, es war zu ihrem achten Geburtstag. Ganz stolz brachte er mich zu meiner neuen Familie. Er hat meinem Mädchen gerne Kuscheltiere geschenkt. Ich war nicht der Erste. Das freute mich, so war ich sicher nicht alleine. Was mir aber Angst machte, waren die Blicke der Eltern. Sie waren entsetzt über meine Größe. Nein, sie sahen nicht mein liebes Gesicht und überhaupt sehen Erwachsene ja nur selten die wahren Werte von uns Kuscheltieren.

Brummbär zum Geburtstag

Ich muß zugeben, ich war fast so groß wie mein Mädchen. Nicht nur das, sie war ein ganz zierliches Kind und ich war viel breiter als sie. Auch sie hatte am Anfang ein wenig Angst vor mir, weil ich so groß war. Aber ich habe sie freundlich angelächelt und all meinen Bärencharme an sie verschenkt. Ach, ich war ja selbst noch so unerfahren. So ein eigenes Kind zum Beschützen hatte ich doch noch nie. Und nun stand ich vor einem Kind, bei dem ich einziehen sollte. Auf das ich aufpassen sollte. Das heißt, ich wußte ja gar nicht, ob ich auf sie aufpassen sollte, ob sie mich überhaupt wollte. Ob sie mir ihr Vertrauen schenken würde. Aber ich wollte es so gerne, es war mein Herzenswunsch.

Sie hat ihn gehört, meinen Wunsch. Sie nahm mich auf ihre Schultern und lief mit mir die Treppen zu ihrer Wohnung hinauf. Sie schloß mich in ihr Herz und da wohne ich bis heute.

Ihren ganzen Geburtstag verbrachte ich an ihrer Seite. Es war ein wunderschöner Tag. Niemals hätte ich mir vorstellen können, wie es sich anfühlt, wenn ein glückliches Kind seine Freude mit einem teilt. Wie wunderbar es ist, geknuddelt und halb zerquetscht zu werden. Dieses unendliche Vertrauen, welches so eine kleine Kinderseele uns Kuscheltieren entgegenbringen kann. Nie werde ich diesen ersten Tag bei meinem Mädchen vergessen, ich halte ihn ganz fest in meiner Erinnerung.

Brummbärgeschichten – Aus dem Leben eines Kuschelbären

Der alte BrummbärGestatten? Ich bin der alte Brummbär. Nein, das ist nicht mein richtiger Name, inzwischen werde ich aber oft so genannt. Viel öfter, als bei meinem richtigen Namen, der heutzutage vielleicht etwas mißverständlich klingt. Für manche. Damals, vor fast 40 Jahren, als ich zu meiner Familie kam, war der Name noch ein ganz normaler Kuschelbärenname, aber jetzt? Außerdem klingt „alter Brummbär“ viel liebevoller für mich großen, alten Kuschelbären.

Ich beschütze jetzt schon die zweite Generation in meiner Familie, zusammen mit meiner Freundin, der weißen Kuschelkatze Mohrle. Im Vergleich zu ihr sehe ich übrigens noch total jung und frisch aus. Mir fehlt nur die Nase. Mohrle sagt immer: „Mir sieht man eben an, wie sehr ich über viele Jahre geliebt wurde.“ Ja, da hat sie wohl recht.

Wenn man so lange in einer Familie wohnt, dann hat man viel zu erzählen. Ich habe schon ganz schön viel miterlebt, auch wenn ich öfter mal nicht mitdurfte. Die Erwachsenen meinen immer, ich sei zu groß. So saß ich dann auch einige Jahre von meinem Kind verlassen in ihrer Wohnung auf dem Dachboden. Sie war selbst erwachsen geworden. Ich war ein wenig traurig und fühlte mich einsam, obwohl noch andere Kuscheltiere bei mir waren. Aber ich schweife ab. Ich fange ja mittendrin an.

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