Brummbärgeschichten: Zerbissen

Vor ein paar Wochen hat mein kleines Mädchen bei einer Freundin übernachtet. Die haben einen Hund. Einen jungen Hund, der noch ganz viel lernen muß. Ich war natürlich nicht mit, aber von den kleinen Kuscheltieren hatte sie einige dabei. Als mein kleines Mädchen zurückkam, erzählte sie uns ganz aufgeregt, dass der Hund unsere kleinen Freunde fast alle im Maul hatte und herumgetragen hat. Das fand sie irgendwie noch gar nicht schlimm.

Aber dann hat sie ihre Kuscheltiere aus dem Rucksack geholt. Plötzlich hat sie ganz laut geschrien. Ihrem kleinen Pferdchen fehlte der Schweif! Vom Hund abgebissen! Was für ein Drama. Für beide. Meinem kleinen Mädchen tat schon der Anblick weh und wie meine kleinste Freundin gelitten hat, könnt Ihr Euch ja sicher vorstellen, oder? Zum Glück war der Schweif auch mit im Rucksack. Er hing wohl vorher noch ein einem Faden fest.

Als mein großes Mädchen ihre Tochter so bitterlich weinen hörte, kam sie natürlich gleich angelaufen. Ich sah ihr an, dass auch sie schwer erschüttert war. Ja, bestimmt tat es auch ihr weh. Ich weiß, dass sie dieses Minipferdchen auch ganz besonders lieb hat (pssst!). Sie ist aber auch zu süß, die Kleine. Neugierig und manchmal noch so richtig unbeholfen,wenn sie durch die Gegend hoppelt.  Wir alle waren den Tränen nahe. Aber mein großes Mädchen hat geholfen. Ganz vorsichtig hat sie unserem Nesthäkchen den Schweif wieder angenäht. Nebenbei noch unser kleines Mädchen getröstet und die Tränen getrocknet.

Nach dem Schreck und der Operation durften wir dann alle zu unserem großen Mädchen ins Bett. Das haben unsere beiden Kleinen (Mädchen und Pferdchen) aber auch wirklich gebraucht. Da konnten wir anderen Kuscheltiere nicht genug Trost spenden. Aber jetzt ist alles wieder gut. Der Naht ist verheilt und es fällt auch fast nicht mehr auf. Obwohl mein großes Mädchen immer noch etwas wehmütig guckt, wenn sie unserem kleinen Pferdchen über den Kopf streichelt. Ich glaube, das ging ihr wirklich nahe, auch wenn sie inzwischen erwachsen ist. Gut so, denn so kann sie unser kleines Mädchen doch viel besser trösten.

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