Ausprobiert: MVGmeinRad (Leihfahrrad in Mainz)

Leihrad von MVGmeinRadIn meinen Mittagspausen zieht es mich oft für einen Spaziergang nach draußen. Auf meiner üblichen Runde komme ich direkt an einer Fahrradleihstelle von MVGmeinRad vorbei. Nicht immer nur rumlaufen, sondern mal Radfahren, das wäre doch etwas, dachte ich mir jetzt. Ich wollte es ausprobieren.

Ich machte mich auf die Suche nach Informationen. Eine halbe Stunde mit einem gelben Rad kostet im Normaltarif 1 €, es gibt aber auch verschiedene Tarife für Vielnutzer. Macht für mich zunächst aber wenig Sinn, damit sich das rechnet, müßte ich wahrscheinlich deutlich mehr fahren, als ich es in den Mittagspausen jemals tun werde.
Die Anmeldung erfolgt zunächst online (geht aber auch im Service Center). Daten eingeben und los. Dachte ich. Aber da fehlt ja noch was. So genau hatte ich mir das System im Vorfeld nicht durchgelesen. Nachdem ich mich angemeldet hatte, erfuhr ich, dass ich mir nun noch meine Kundenkarte gegen Vorlage meines Personalausweises im MVG Service Center am Mainzer Hauptbahnhof abholen muß. Kundenkarte? Abholen? Äh? Mein Glück, dass der Bahnhof und damit das Service-Center innerhalb einer Mittagspause zu Fuß zu erreichen ist.

Ich machte mich also mittags auf den Weg. Von einer sehr freundlichen Mitarbeiterin erfuhr ich während der Kartenausstellung alles Wichtige. Die PIN für die Kundenkarte gibt man sich selbst, die Karte wird direkt am Schalter programmiert. Einfach, schnell, unkompliziert. Leider reichte die Zeit nicht mehr, das System gleich auszuprobieren. Ich mußte bis zum Feierabend warten.

imageZwischenzeitlich hatte ich mir die App runtergeladen. Diese zeigt unter anderem an, wo sich die nächsten Stationen befinden und wie viele Räder dort gerade zur Verfügung stehen. Sie zeigte mir dann auch, dass weder an der Station um die Ecke, noch an der nächsten am Bruchweg-Stadion gerade ein Fahrrad abgestellt war. Sehr ärgerlich. Dass die Station an meiner Mittagspausenstrecke oft leer ist, war mir schon öfter aufgefallen. Sehr blöd.

Ich ging also wieder zum Bahnhof, rundherum gab es laut App diverse Stationen mit ausreichend verfügbaren Rädern. Ich bibberte etwas, ob sich die Sättel niedrig genug einstellen lassen, so dass es auch für mich paßt. 28″-Räder sind mir nämlich zu groß. Als erstes zählte ich an zwei Stationen jedoch die vorhandenen Räder. Aus reiner Neugier, um es mit der Anzeige der App zu vergleichen. Sie stimmte.

Bevor ich mich mit dem Ausleihsystem auseinandersetzte, probierte ich, wie sich die Sättel verstellen ließen. Bei einem war die Klemme schon so abgenutzt, dass sie sich nicht mehr schließen ließ. Bei einem anderen war sie so fest, dass ich sie nicht losbekam. Aber die Höhe läßt sich sogar niedriger stellen, als ich es brauche. Der Lenker läßt sich nicht verstellen, man muß also mit einer Standardeinstellung klarkommen. Das mag für die eine oder andere Sattelhöhe eher subotimal sein. Senkt aber auch das Risiko von Schäden.

MVGmeinRad App: AnleitungIch stellte mich an die Stationssäule, um mir ein Rad auszuleihen. Das System erklärt sich selbst. Vorab kann man sich online oder auch jederzeit in der App angucken, wie das Ausleihen der Fahrräder funktioniert. Um den Mietvorgang zu beginnen, muß zunächst eine Datenverbindung hergestellt werden. Das hat bei meinem Versuch mehrere Anläufe gebraucht. Einmal wurde meine Buchung abgebrochen, weil die Datenverbindung zusammenbrach.  Schließlich konnte ich meine PIN eingeben, auswählen, ob ich ein Rad mit Korb oder mit Box wollte und dann wurde mir angezeigt, welches Rad für mich freigegeben wurde. Dieses konnte ich mir jetzt herausnehmen. Sollte mit dem Rad etwas nicht in Ordnung sein, kann man es ohne Berechnung innerhalb von zwei Minuten in die Station zurückstellen, so heißt es in den FAQ auf der MVG-Webseite. Mein Fahrrad war aber bestens in  Ordnung, ich mußte das nicht testen.

Fix den Sattel auf die richtige Höhe gestellt und losgeradelt. Gangschaltung? Interessantes System. Jederzeit stufenlos in der „Schwierigkeit“ verstellbar, zwischen Flachland und Bergen. Funktioniert gut beim Fahren. Überhaupt fährt sich das Leihrad sehr gut. Auf Dauer ist für mich allerdings der Lenker etwas zu hoch, meine Schultern verspannten sich doch reichlich und der Sattel ist auch ziemlich hart. Ich fuhr eine Stunde am Rhein entlang, das ging sehr locker, auch die leichten Anstiege an manchen Stellen sind mit der Schaltung gar kein Thema. Geht es bergab, dürfte es sich für mich aber gerne auch etwas schwerer und damit langsamer treten lassen. Am Ende stellt man das geliehene Rad einfach wieder in einer beliebigem Station mit freiem Platz ab und fertig.
Ich staunte übrigens, wie viele der gelben Leihräder mir unterwegs begegneten. Das Leihsystem scheint beliebt zu sein. Zu Recht, wie ich finde.

Fazit:

Meine erste Fahrt mit dem MVGmeinRad hat mich überzeugt, mir noch öfter in Mainz einfach mal so ein Fahrrad zu leihen. Bis zu vier Räder gleichzeitig könnte ich mit meiner Karte mieten, falls ich mal Gesellschaft dabei habe. Die Räder sahen fast alle gut aus, wie das System im Falle eines kaputten Rades funktioniert, kann ich nicht beurteilen. Denn mein Leihrad war in gutem Zustand und fuhr sich auch sehr gut.
Nicht so gut ist, dass an manchen Stationen sehr oft keine Räder verfügbar zu sein scheinen. Sind da grundsätzlich zu wenige vorhanden, oder gibt es zu viele Leute, die von hier aus nur losfahren und keiner hier ein Rad wieder abstellt? Auch der nicht verstellbare Lenker ist ein Nachteil, wenn man nicht ins Standardgrößenmaß paßt.
Jedem, der ein Smartphone hat, kann ich nur die App (iOS oder Android) empfehlen. Sie ist wirklich aktuell. Sowohl in der Anzeige der  verfügbaren Räder, als auch bei den persönlichen Daten. Kaum hatte ich mein Rad abgestellt, konnte ich die Fahrt schon auf meinem Konto in der App sehen (Alle Informationen kann man natürlich auch ohne App auf der Webseite abrufen.). Angenehm: Ich war 61 Minuten unterwegs, womit eigentlich eine weitere halbe Stunde angebrochen war. Berechnet wurden mir aber nur 2 Euro. Die Leihgebühren werden am nächsten Monatsanfang vom Konto abgebucht.

Aktuelle Informationen gibt es auch auf den MVGmeinRad Seiten auf Facebook und Google+.

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